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Liebe Gäste,

Dieser Bericht wurde nicht zu Ihrer Belehrung verfasst. Es soll auch keinen Leitfaden für andere Unternehmen oder Farmen darstellen. Über 20 Jahre Erfahrungen haben uns jedoch gelehrt, dassvon Gäste viele berechtigte Fragen aufgeworfen werden, die teilweise unbeantwortet bleiben, da der Gastgeber nicht immer die Zeit findet, diese zu beantworten.

Wir würden uns freuen, wenn Sie unsere Gedanken zu Ihrem Vorteil nutzen und diese auch mit anderen teilen.

Wir bedanken uns für Ihren Besuch auf Wabi, hoffen. dass sich Afrika, wie bei uns, in Ihrem Herzen eingebrannt hat und Sie jetzt schon den nächsten Besuch auf dem "schwarzen Kontinent" planen.

Ihre Gastgeber



Mark und Christine

 

Unterteilung:
1. Geschichte, Gründung, Vorbesitzer
2. Trinkwasser, woher kommt es und allgemeines Management
3. Strom, seit wann, woher und Alternativen
4. Wildzucht, welche Spezies, warum, Zukunftsaussichten
5. Wildmanagement, warum noetig, Nutzungsarten, Zahlen
6. Entbuschung, warum notwendig, invasive Buschspezies, Erfolg
7. Biomasse, Futtermittelbeschaffung
8. Geparden, Denis und Kira im Gehege und Farmgeparden
9. Leoparden auf Wabi
10. Museum im Kaminzimmer
11. Jagd, warum notwendig
12. Warum hat Wabi das Jagen eingestellt?


1. Geschichte:

Wabi exisitiert seit 1987 als reine Wildfarm und wurde von Werner Egger gegründet. Mehrheitlich als Wild- und Jagdfarm in der Vergangenheit genutzt, beherbergte Wabi schon seit jeher auch photographisch interessierte Gäste, die der Jagd gegenüber nicht aggressiv, sondern passiv gegenüber stehen. Vor zwei Jahren wurde die Jagd von Mark Egger auf Wabi gestoppt, Gründe hierfuer werden später erläutert. Der Name Wabi stammt aus dem Firmengruendungsnamen "Waterberg Big Game ..." Otjahewita Pty Ltd. - wirklich zu lang, um ihn sich einzuprägen.

Als Farm exisitiert Wabi bereits seit 1904, taucht allerdings erst im Jahr 1927 in den Grundbuchämtern mit den Besitzern Degenhardt und Schulz auf. Zu dieser Zeit befand sich das Farmhaus an der Quelle im westlichen Teil der Farm, die Ruine wurde jedoch aus Sicherheitsgründen vor ca. 10 Jahren abgerissen. Danach sind als zweite Eigentuemer Alfred Wiedow und drei Monate später Frau Margarete Poppe eingetragen. Frau Poppe verkaufte 1939 an Alfred Bachmann, der 1965 an die Dieckmann-Familie verkaufte. 1974 kaufte Herr Delfs die Farm. Ursprünglich heisst die Farm in Herero Otjahewita (No. 291), was in der freien Übersetzung "der letzte Kampfplatz" bedeutet und sich wohl auf die Auseinandersetzungen zwischen Herero und Schutztruppen um die Jahrhundertwende bezieht. Bis 1974 wurde die Farm zur Rinderzucht verwendet. Herr Delfs errichtete dann den Wildzaun und Wild, welches aus dessen Fangaktionen übrig war, wurde auf Wabi ausgesetzt. Er kaufte auch die Farmen Schlangen und Teutoburg, beide auf dem Berg situiert, dazu. Inzwischen ist Wabi 9848.34 Hektar und damit knapp 100 Quadratkilometer gross. Ca. 60 km Wilddraht umgeben die Farm, mehr zum Schutz für die Tiere, als um sie gefangen zu halten.

Ab 1987 erbaute Werner Egger in zwei Jahren Muehsal die Lodge und Wirtschaftegebäude aus dem Nichts. Täglich musste einer der Traktoren 50 Kilometer ins Revier nahe der Hauptstrasse C22 fahren, um Sand für den Beton zu holen. Nach zwei Jahren war die Lodge fertig zum Einrichten.

2. Wasser:

Trinkwasser wird mit Hilfe von Monopumpen aus 200 Meter tiefen Bohrlöchern generiert und hat daher Mineralwasserqualität. Wir fördern pro Bohrloch momentan ca. 2.5 m3, was 2500 Liter pro Stunde entspricht. Wir haben vier Bohrloecher, drei im unteren Teil der Farm und eines auf dem Berg, mit welchem die Wasserlöcher der Tiere gefüllt werden.

Dann befinden sich im unteren Bereich drei Regenwasserdämme, die sich bei gutem Regen jedes Jahr füllen, wenn die Reviere das Wasser vom Berg fliessen lassen. Der grosse Damm, in dem sich die Hippos tummeln, hält ca.für zwei Jahre ohne neue Zufuhr, bevor er komplett austrocknet. Fische, Frösche und Schildkröten graben sich bis zur Schlammschicht und überleben dort in Hybernation, so ähnlich wie ein Winterschlaf, bis das Wasser wieder kommt.

Der Garten wird mit Kanalwasser versorgt, dass von der Regierung gekauft wird. Dies ist inzwischen eine teure Angelegenheit und früher oder später müssen wir an eine Verkleinerung des Gartens denken. Dieses Kanalwasser entnehmen wir einer/m Pipeline / Kanal, die/der von Kombat aus durch Wabi führt. Normalerweise ist es ein offener Kanal, in dem leider jedes Jahr einiges Wild sein Ende findet, da die Tiere die steilen Wände nicht bewältigen können und ertrinken. Das Wasser wird aus den Minen gepumpt, um an die Erze zu gelangen, dies hat leider auch einen enormen Einfluss auf den generellen Grundwasserspiegel Namibias. Über Kanäle gelangt es nach Okahandja und Windhoek in grosse Daemme, wo es nach entsprechender Reinigung in die Trinkwasserversorgung Windhoeks aufgenommen wird.

Regendurchschnitt in 20 Jahren 320 mm pro Saison.

3. Strom:

1987 wurde eine 80 km lange Leitung von Herrn Egger aus Okakarara bis nach Wabi gebaut und finanziert. In der Zwischenzeit nutzen auch viele andere Farmer, z.B. der Platopark, diese Leitung. Da bei Gewittern oftmals der Strom ausfällt, wurde ein Notstromaggregat angeschafft, das uns in diesen Fällen weiter mit Strom versorgt. Da Afrika generell unter einer starken Stromknappheit leidet, und alle Verbraucher angehalten werden, drastisch zu sparen, haben wir fast alle Lichteinheiten auf Sparleuchten umgestellt, die Warmwasserversorgung arbeitet mit Zeitschaltuhren, und die grossen Kühlanlagen werden nur genutzt, wenn Bedarf herrscht. So konnten wir unseren Verbrauch drastisch um ca. 60 % senken.

4. Wildzucht:

Über die Jahre entstanden immer mehr Wildfarmen, teils hoch eingezäunt, was gesetzlich verlangt wird bei Haltung bestimmter Spezies und auch zum Schutz der Tiere gegen Wilderei und Krankheiten empfehlenswert ist.

Wabi hat über die Jahre auch Zuchtprogramme für verschiedene Antilopenarten ins Leben gerufen, deren Existenz und natürlicher Lebensraum langfristig durch die Überpopulation der Menschen im Südlichen Afrika bedroht wird. Herausragend sind unsere Zuchtprogramme im Bereich Nyala (Suedafrika) und Red Letschwe (Caprivi). In 10 Jahren haben wir den Bestand von ca. 30 Antilopen auf jeweils 120 Tiere erweitert, trotz Lebendverkauf, Trophaenjagd und natürlichen Verlusten. Auch unser Weissen Nashörner sind ein voller Erfolg - diese so stolze Tierart erfreut unsere Besucher mit seiner gewaltigen, aber doch friedlichen Erscheinung.

5. Wild Management:

Wir beherbergen +/- 1700 Tiere (Grosswild, Antilopen und Raubwild) auf Wabi, welche intensiv gemanaged werden müssen, um den Lebensraum für Alle - Gross und Klein - im Gleichgewicht zu halten. Die Anzahl der Tiere wurde durch Jagd (frueher Trophaen und Fleisch) und Lebendverkauf mittels Fangaktionen reguliert. Auch gibt es Farmen, welche sogenannte Culling-Operationen durchführen. Dabei wird ein Grossteil der Population einer Spezies im Falle einer Überpopulation zur Fleischnutzung geschossen. Über diese unpopuläre Art der Tierreduzierung hört man immer wieder in Bezug auf Elefanten in Südafrika.

Wird dies nicht getan und das Wild seinem Schicksal überlassen, droht Überweidung, Verbuschung, Dürre und am Schluss der totale Kollaps des Lebensraumes. Dies passiert natürlich auch auf Rinderfarmen.

6. Entbuschung:

Auch Wabi leidet in manchen Teilen noch unter der Verbuschung von sogenannten invasiven Buschspezies, die im Gegenteil zu heimischen Arten, welche ihr Wurzelwerk tief halten, unter der Bodenoberfläche breit wurzeln (bis zu 30 und mehr Meter) und daher dem Gras das Oberflächenwasser entziehen. Dieses Verhalten unterstützt das Wachsen der kleinen Buschsaat, zerstört jedoch jegliche Grasweide auf lange Sicht, da Regen und Sonne die Grassaat unter dem dichtem Buschwerk nicht mehr ausreichend erreichen und zum Austreiben bringen können.

Ergebnis dieses Teufelskreises ist vermehrte Erosion, sinkende Wasserspiegel und das Aussterben von heimischen Busch- und Baumarten, da das Oberflächenwasser nicht mehr absickern kann.

Seit 20 Jahren wird daher intensive Entbuschung in den Gebieten betrieben, in denen mehrheitlich invasive Buschspezies wie 2 Akazienarten: Hacki Busch und Farbkaetzchenstrauch vorkommen. Auf einem Hektar (100 x 100 m) können zwischen 2000 und 5000 Büsche das Überleben anderer Pflanzenarten unmöglich machen. Entbuscht wird nach jahrelangen Versuchen (Feuer, Bulldozer, Abholzen mit Arbeitskraft) mit einer Hormon-flüssigkeit, die mittels einer Spritze selektiv auf jeden Busch appliziert wird. 1cc ist wirksam auf einen Busch, der kniehoch ist, alles was grösser ist braucht entsprechend mehr.

In den letzten fuenf Jahren sehen wir den Effekt dieser sehr kostspieligen aber einzig wirksamen Entbuschungsmethode: Wo früher riesige Gebiete mit Büschen übersät waren und es kein Durchkommen gab, entwickeln sich jetzt wieder Gras und Buschland mit ein- und mehrjährigen Gräsern und Futterbüschen wie Rosinenbusch, Wait a bit, Kameldorn, Gelbholz und Apfelblatt, die im Einklang miteinander leben. Unser wertvolles Flussbett, wo ein einzigartiger Kameldornwald mit jahrhunderte alten Bäumen wächst, ist Zeuge des Erfolges. Erstmalig seit drei Jahren schlagen lange totgeglaubte Bäume wieder aus, deren Wurzeln auf 60 m Tiefe kein Wasser mehr erreichten, da die Absickerung nicht ausreichte, um diese zu versorgen. Der Wasserspiegel sank um 20 bis 30 Meter und erholte sich offenbar durch intensive Entbuschung in den Hängen längs des Flussbetts. Wiederkehrende langjährige Grasspezies verlangsamen das Ablaufen des Regenwassers deutlich und daher gibt es weniger Erosion.

7. Biomasse Tiere / Futtermittelbeschaffung:

Die oben erwaehnten Futterbüsche sind sehr willkommen, bieten Sie mehrheitlich Blattfressern wie Eland, Kudu, Nyala, Giraffen, schwarzem Nashorn und vielen mehr eine ausgewogene Ernährung. Durch das Wachsen von mehr Gras können Futterkosten ueber die Dürremonate erheblich gesenkt werden, da die Tiere sich selbst versorgen.

Vor 10 Jahren wurde auf Wabi je nach Regenfall ab April/Mai bis zum Anfang der nächsten Regensaison über ca. 8 Monate erschreckende Mengen von Blaubüffelgras und Luzerne an den Wildbestand verfüttert. Dieses Jahr 2008, nach fuenf Jahren Entbuschung mit Hormonen, musste das Grosswild wie Hippos und Rhinos erst ab August mit Zubrot versorgt werden. Die Futtersituation wurde allerdings erst im November wirklich ernst, wo wir uns wieder veranlasst sahen an Zufüttern für alle anderen Spezies zu denken.

Mit allen seinen tierischen Bewohnern generiert Wabi eine lebende Biomasse (Gewicht) von ca. 250 Tonnen. Jedes Tier verbraucht zum Überleben ca. 3% seines Lebendgewichtes Futter pro Tag. Das heisst Wabi muss am Tag 7.5 Tonnen Biomasse Futter fuer alle Tiere zur Verfügung stellen. Im Monat addiert das auf 225 Tonnen und im Jahr auf erschreckende 2700 Tonnen. Ein Hippo, zum Beispiel, verschlingt 60 kg Grünes pro Tag!

Ein Lastwagen kann je nach Volumen ungefaehr 20 Tonnen Futter transportieren. Wir reden also von 135 Lastwagen voll mit Futter, welches Wabi pro Jahr auf 10'000 Hektar produzieren muss, um 1700 Stueck Wild zu ernähren.

8. Geparden:

Im Gehege gegenüber der Bungalows koennen Sie Kira, einen weiblichen, und Denis, einen männlichen, Geparden besuchen. Fütterungen finden täglich morgens statt. Kira (6) stammt aus der Wildnis, ist aber durch ein gebrochenes Bein und den Fall in einen der offenen Wasserkanäle Namibias nicht mehr in der Lage, sich in der Wildnis selbst zu ernähren. Sie kann nicht mehr auf 90 km/h beschleunigen und würde elends verhungern. Denis (4), eine Leihgabe von einer Katzenfoundation, wurde vor zwei Jahren hier abgegeben, nachdem er als halbwüchsiger Kater völlig abgemagert von Farmern am Schwanz gefangen und dort abgegeben wurde. Da deren Gehege voll waren, hat man uns das Tier zur Pflege überlassen. Es scheint, als ob Denis in Gefangenschaft gezüchtet wurde und das natürliche Jagen nie gelernt hat.

Geparden sind harte Arbeiter, um sich ihr tälich Brot zu verdienen. Sie benötigen offenes Buschland oder Flächen zur Jagd und bevorzugen aufgrund ihres Körpergewichts (weiblich bis 35 kg, männlich bis 45 kg) Kleinantilopen wie Springbock oder Impalas. Sind diese nicht vorhanden, vergreifen sie sich auch an Ziegen oder Schafen, natuerlich zum grossen Leidwesen der Farmer. Geparden jagen oft in Gruppen oder Familien und ziehen nur im Alter alleine. Sie haben sich zum Frischfleischfresser entwickelt und fressen damit kein Aas. Da Geparden in der Nahrungskette der Raubtiere am hinteren Ende stehen, wurde und wird noch immer im den meisten Fällen die Beute von Leoparden, Hyaenen, Schakalen, etc. gestohlen. Sollte der Gepard die Beute nicht lassen, riskiert er, sein Leben zu verlieren, da alle Raubtiere dazu tendieren, Fresskonkurrenz zu eliminieren.

Geparden verstecken die Beute nicht, in der Regel fressen sie ca. eine Stunde und der Rest der Beute wird von Geiern, Schakalen, etc. gefressen. Aufgrund dieses Verhaltens müssen Geparde mindestens alle zwei Tage jagen, um die Energie für die Jagd aufrechtzuerhalten. Das macht Geparden, im Gegensatz zum Leoparden, bei Farmern extrem unbeliebt, da mehr Beutetiere in einer Woche getötet werden.

Der Gepard jagt meistens in der Meute mit extrem hoher Geschwindigkeit (bis zu 90 km/h), die Beute wird zwei bis drei Minuten gehetzt. Wenn sie dann nicht gefangen ist, ist der Gepard zu ausgepumpt, um weiterzumachen und muss einige Stunden ausruhen, bevor er einen neuen Versuch unternehmen kann. Ist er erfolgreich, würgt er die Beute ab.

Wabi hat immer wieder wilde Geparden, wovon zwei sich in den vergangenen Jahren leider als Problem entpuppt haben, 2007 tötete ein Kater in sechs Wochen 18 Red Letschwe und 2006 tötete ein Kater in acht Wochen 30 Red Letschwe. Angefangen wurde mit Jungtieren und bei tragenden Ricken aufgehört. Beide Katzen mussten zum Schutz der bestehenden Population eliminiert werden, da der Zucht- und finanzielle Schaden (48 Letschwe N$ 480'000) auch beim groessten Katzenliebhaber sein Limit findet. Beide Katzen hätten nicht gestoppt, bis der letzte jagdbare Letschwe erlegt gewesen wäre, sie hatten sich bereits aus Bequemlichkeit hier angesiedelt. Dieses Verhalten ist eigentlich nicht normal, es handelte sich bei beiden Katzen um alte Tiere, die sich vom Familienverband getrennt hatten und einfache Beute suchten. Sie benutzten die Zäune, um die Beutetiere in die Enge zu treiben. Geparden sind normalerweise nicht territorial, sondern haben ein riesiges Einzugsgebiet von einigen hundert Quadratkilometern, dementsprechend ziehen sie zwar durch Wabi, aber normalerweise siedeln sie sich nicht an und sind dementsprechend keine Bedrohung für die Wildpopulation im Allgemeinen.

9. Leoparden:

Leoparden leben in grossen Territorien, deren Grenzen wie bei Bienenwaben überlappen. Das heisst das Territorium eines weiblichen Leopards überlappt die Grenze mehrerer männlicher Leoparden und dies sichert die genetisch gute Nachzucht, da eine Katze selten ein zweites Mal mit dem gleichen Kater zusammenkommt. Auf Wabi beherbergen wir mit Überlappung auf Nachbarfarmen ca. 15 bis 18 Leoparden, davon zwei dominante grosse Männchen und vier ausgewachsene Weibchen. Der Rest besteht aus Halbwüchsigen und Cubs (Junge), die sich besser von den ausgewachsenen Leoparden fernhalten, um nicht gefressen zu werden. Der Leopard ist kein soziales Tier und Kanibalismus ist nicht unüblich.

Der Leopard ist ein Hinterhaltsjäger, springt von Bäumen oder Felsen in den Nacken seiner Beute und bricht bei den meisten das Genick oder würgt diese an der Drossel (Kehle) ab. Ausgewachsene, männliche Leoparden sind in der Lage, mit ihren 75 bis sogar 100 kg erwachsene Kudu und Gemsbockbullen zu töten. Allerdings kann dies dann mehrere Stunden benötigen, um die Beute zu ermüden und abzuwürgen. Natürlich verlieren sie die Beute auch oftmals.

Ist er erfolgreich, schleppt er seine Beute hier auf Wabi ins Dickicht (manchmal mehr als einen Kilometer), wo es von Geiern und Menschen geschützt ist. Wir haben Fälle beobachtet, wo das Wild ausgenommen, die Därme in einem Loch vergraben und darauf urniert wurde. Dies muss ein Zeichen für andere Raubtiere sein, dass diese die Beute besser in Ruhe lassen, solange der Leopard frisst, was je nach Witterung und Hitze bis zu 6 Tagen sein kann. Leopard ekelt sich nicht vor Aas, im Gegenteil bis zu einem gewissen Grad bevorzugt er dieses, da es weicher ist und besser "stinkt". Gibt er die Beute frei, entfernt er die Innereien aus dem Loch und verstreut sie in der Umgebung. Es scheint, als gäbe er den Riss frei und damit sein Ok, dass andere Raubtiere sich den Rest holen. In Gebieten, wo Loewen oder Hyaenen sind schleppt der Leopard die Beute auf einen Baum hoch in die Wipfel, wo er und sein Fressen nicht erreicht werden koennen.

10. Museum:

Sie haben auf Wabi die Möglichkeit, einige afrikanische Spezies aus der Nähe zu betrachten. Unser Kaminzimmer ist gleichzeitig als Museum eingerichtet, in dem Schulter- und Vollmontagen angeschaut werden dürfen. Besonders interessiert sind die Gäste meistens am Unterschied zwischen Leopard und Gepard. Wir nutzen das Kaminzimmer im Winter für gemuetliche Zusammenkünfte oder Sundowner am Feuer und zwei- bis dreimal pro Jahr laden wir Kinder aus Schulen in Otjiwarongo auf einen Tag auf einen Studierbesuch ein. Nach einer langen Wildrundfahrt, auf welcher der Chef des Naturschutzes vom Waterberg Plato Park, Fauna und Flora erklärt, können die Kleinen hier hautnah Löwenzähne und anderes mehr bewundern. Danach ist Grill und Spass am Pool natürlich der Höhepunkt des Ganzen.

Wir halten diese "Educationals" für enorm wichtig, da der nächsten Generation die Liebe zu den Wildtieren beigebracht werden muss. Der Mensch schützt nur, was er liebt, oder ihm einen finanziellen Vorteil einträgt. Beides muss die zukünftige Generation lernen, damit die Tierwelt von den Namibianern erhalten wird.

11. Jagd :

Durch intensive Gespraeche wurde der Grund für die Jagd im generellen den Gästen näher gebracht, da viele Spezies im suedlich gelegenen Afrika ihr Überleben zum Grossteil der Jägerschaft aus allen Ländern zu verdanken hat. Das mag paradox klingen, Gründe folgen nachstehend.

Vor 40 Jahren wurde Wild generell von Farmern jeglicher etnischer Gruppen als Futterkonkurrenz für landwirtschaftliche Viehhaltung und gerngesehener kostenfreier Fleischlieferant angesehen. Farmen wurden in Namibia mit Praedikat "Wildfrei" auf dem Markt angeboten. Diese Haltung beinhaltete nicht nur die Säuberung der Gebiete von Antilopen oder Grosswild sondern auch die Eliminierung jeglichen Raubwildes.

Entgegenwirken konnte man dieser Tendenz in diesen Jahren nur, in dem man dem Wild durch Einladung von Jagdtouristen einen neuen "höheren" Wert zugestand: Den Trophaenwert. Karakul-Schaffarmen wurden aufgrund von Tierschutzgesetzen profitlos, die Felle fanden keinen Absatz mehr. Rinderfarmen wurden durch Ueberweidung, Verbuschung von Gebieten, Ueberstockung, Verminderung von durchschnittlichen Regenfällen, neuen Gesetzen für Schlachthöfe, erhoehten Kosten für den Transport, etc. zur finanziellen Spekulation. Farmer wussten am Anfang des Jahres nicht, wo sie am Ende finanziell stehen würden. Ein zweites Standbein musste her: Die Trophaenjagd.

Trophaen muessen ein bestimmtes reifes Alter erreichen, um fuer den Jäger attraktiv zu werden. Das heisst, das landwirtschaftliche Farmer eher bereit waren, Wild und Raubwild auf ihren Gebieten zu dulden, da eine weitgehende Nutzung durch die Trophaenjagd versprochen und damit ein wesentliches Einkommen generiert wurde.

12. Warum hat Wabi die Trophaenjagd eingestellt:

Im Jahr 2005 hat das Management entschieden, die Trophaenjagd auf Wabi zu beenden. Hierfür exisitieren mehrere Gründe.

Ein Hauptgrund waren die unrealistischen Ansprüche seitens vieler Jäger in Bezug auf Rekordtrophaen und die damit verbundene genetische Zerstörung guter Wildbestände. Hervor gerufen wird dieses Verhalten meist durch sogenannte Rekordbücher, in denen erlegte Tiere nach Länge in einer Rangliste aufgeführt sind. Diese stellen leider den Untergang der starken Böcke / Bullen dar, vor allem bei den Bueffeln und Elefantenpopulation hat dies sehr negative Folgen gezeigt. Nach dem Motto "meiner ist Grösser" fallen oftmals viel zu junge Bullen, da deren Hörner in den meisten Fällen im Mittelalter länger sind als im jagdreifen Alter. Ein altes Tier hat sich natürlich da und dort einen Schmiss geholt am Horn und da er diese auch zum Markieren seines Territoriums benutzt, sind die Waffen (beim Schwein oder Hörner bei der Antilope) entsprechend abgewetzt. Dies sollte eigentlich die Jäger eher inspirieren, denn damit erlegen sie ein Stück Afrikanische Geschichte. Das Erfüllen dieser Erwartungshaltung zerstört langfristig die "Superior Genetik" in Populationen - es werden die Grössten geschossen und die Kurzen bleiben in der Zucht. Offenbar ist der hiesige Jagdverband inzwischen auch dahinter gekommen, mit der Kreation der Medaille "Nambias Wildbahn" werden Trophaen honoriert, die sowohl kapital als auch alt sind.

Warum Berufsjäger meist nur noch den Wünschen der Gäste nachkommen, ist eine andere Frage, ist es Profilierungssucht oder die Gier nach dem Trinkgeld? Wer weiss? Bei vielen ist es jedoch die Unwissenheit & Ignoranz. Dringend wäre hier durch entsprechende Aus - oder Weiterbildung Abhilfe zu leisten, denn gewisse Berufsjäger wissen oder verstehen zum grossen Teil gar nicht was sie in Populationen anrichten. Jagd muss das/die Wildmanagement - hege unterstützen, es muessen die alten, kranken Tiere selektioniert werden und nicht wie zur Zeit, dass das Wildmanagement auf Farmen versuchen muss, immer grössere Trophaen für die Trophaenjagd zu züchten. Es wird oft durch Ignoranz aus Herden der Zuchtbulle geschossen, was in der Brunft verheerende Folgen auf den Nachwuchs hat und nach der Setzzeit auf den Schutz der Kälber.

Als Abschluss: Was für uns die Angelegenheit absolut unerträglich machte ist, dass hier in Namibia Hundepacks von bis zu 15 Hunde auf Katzenjagd eingesetzt worden sind. Hier wurde und wird man an die alten Tage in Rom erinnert, wo Brot & Spiele die Leute unterhielt. Stellen wir uns vor, was ein stolzes Tier wie Leopard oder Gepard empfinden muss, erst beinahe zu Tode gehetzt zu werden, um dann - aus dem Hinterhalt - von einem Waffenträger / "Trophaenjäger" erschossen zu werden. Die jahrelange schlaffe Position des hiesigen Jagdverbandes, inklusive des Raubtierkomitees, war ebenso völlig unverständlich, man sprach von einer Grauzone im Gesetz. Das gleiche Gesetz, welches über 30 Jahre so interpretiert wurde, dass jede Treibjagd als illegal erklärt, wurde plötzlich so gebogen, wie es finanziell nützlich war. Erst ein tragischer Unfall auf einer solchen Katzenjagd, wo einem Menschen beinahe das Leben genommen wurde, scheint einige endlich wachgerüttelt oder aus ihrer Ignoranz geholt zu haben. Was war geschehen - die Tochter eines "amerikanische Trophaenjägers" bejagte mit oben genannter Methode einen Leoparden und verletzte einen Helfer mit Ihrer Schusswaffe, als dieser von der Katze gepackt wurde, wie aus dritter Quelle zu vernehmen war! Dazu kommt ein in 2009 verhängtes Exportverbot/Jagdverbot für die beiden genannten Katzenarten, da die Exportquoten dieses Jahres zum Grossteil mit Abschüssen im letzten Jahr erschöpft wurden. Schon vor 4 Jahren warnten wir vor diesem Tag und jetzt ist soweit. Zahlreich geführte Gespräche, bis hin zum Vize Minister im Umwelt & Naturschutz Ministerium, ergaben nichts!

Die beschriebene Art der Jagd findet wie bereits aufgeführt seit einigen Jahren in Namibia statt, kein Wunder sind die Quoten zur Ausfuhr völlig ausgelastet. Wie man jetzt der Zeitschrift Jagen in Namibia entnehmen darf, wusste die NAPHA (Jagdverband) schon seit 6 Jahren von diesem Treiben. Leoparden & Geparden wurden mit Trophaenjägern und ausgebildeten Hunde - Packs bejagt, nicht von allen Outfittern natürlich, aber doch von einigen, und auch von Mitgliedern des hiesigen Jagdverbandes. Da ist man schon sehr überrascht über die empörte Reaktion selbiger in neuesten Presseberichten. Südafrikanische Hundeführer reisten regelmässig an, um bei namibianischen Veranstaltern auf deren Gelände zu jagen. Uns liegt zahlreiches Foto - Werbematerial und Artikel vor, die die Leoparden/Gepardenjagd mit Hunden im Detail beschreiben. Man machte sogar offiziell Werbung auf den Jagdmessen und garantierte den Jagd Erfolg zu 100 %. Damit wir uns richtig verstehen, es ist sicherlich verständlich, das Farmer A seine Terrier zum Einsatz bringt wenn ein Stueck Wild auf der Jagd angeschweisst (angeschossen) wird, aber eine Meute von 10 - 15 trainierter Hunde auf einen Leoparden oder Geparden anzusetzen, ist schlicht und ergreifend skandalös und unethisch. Diese Katzen sind zur Hatz nicht geboren, sehr schnell erschöpft und somit den Hunden ausgeliefert. Ein grosser männlicher Leopard wird dem einen oder anderem Hund den Garaus machen können - dies ist Tierquälerei im schlimmsten Sinne des Wortes! Nachrichten ueber grauenhafte Verletzungen bei Hunden machten sich breit. Im Falle eines Problem Tieres wäre es vielleicht noch nachzuvollziehen, aber im Zusammenhang mit der Trophaenjagd sieht man keinen Sinn, ausser natürlich dem Streben nach schnellem Geld.

Einzelne Berufsjäger & der namibianische Jagdverband haben von einer Grauzone im Gesetz gesprochen. Nach einem Leserbrief unserseits, der bereits 2007 in der African Sporting Gazette veröffentlicht wurde, sind wir bei heftigen Diskussionen als Nestbeschmutzer betitelt und unsere Nachfragen wurden unter den Tisch gekehrt. Die Person, die den Leserbrief veröffentlicht hatte, verlor beinahe ihre Stelle als Chefredakteurin, also es wurde da kräftig Politik betrieben. Das man jetzt die Schuld auf Ausländische Gäste und Berufsjaeger schieben will, ist einfach lachhaft. Andere engagierte Grosswildjäger aus aller Welt / Katzenschutzorganisationen sprachen sich ebenso klar gegen diese Art der Jagd aus, wie z.B CCF Bei Sitzungen der "Large Carnivore Group" haben diverse Mitglieder des Jagdverbandes die Hundejagd voll unterstützt. Die angeführten "Vorteile" von Hundejagd auf Leopard liegen uns vor.

Man überlege, ein Jagdgast kommt nach Namibia um für teures Geld Katzen zu jagen und das auch noch illegal, wie jetzt behauptet wird! Wenn dies der Fall wäre, hätten sich Jäger die betrogen wurden, schon lange gemeldet und die Sache publik gemacht. Es kann nicht sein, dass alle diese Jagden Illegal stattgefunden haben, denn sonst wäre die Ausfuhrquote nicht erschöpft, es müssen & es sind Permite des Naturschutzes ausgestellt worden. Diese werden nicht an ausländische Berufsjäger ausgestellt sondern nur an in Namibia registrierte Jagdführer oder Berufsjäger. Ohne gültiges Jagdpermit und einem Foto wo Katze mit Jäger und Berufsjäger nebst einen Affidavit des Jägers, dass die Katze legal und ethisch bejagt wurde, wird vom Naturschutz keine Exportgenehmigung ausgestellt.

Jetzt leiden, wie vorhergesagt Alle unter dem Umstand das keine Katzen mehr legal bejagt werden dürfen, auch die, die beim Absahnen nicht mitgemacht haben. Und Katzen werden von manchen Farmern wieder wie früher sofort als Problem exekutiert, da das zu erwartenende Einkommen über die Trophäenjagd, das die Katzen vorher wenigstens eine Weile beschützt hat, jetzt gestrichen ist.

Im Prinzip haben wenige kurzfristig gut verdient und alle werden bestraft. Schade!

Mark Egger mit Tigerfischbeute   WABI Luxus Suite   Sonnenuntergang am See   Grillabend am Pool
 
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